Wo die Könige baden gingen – ein Ausflug nach Cascais


Schon die gut halbstündige Zugfahrt vom Lissabonner Pendlerbahnhof Cais do Sodré hinaus in das mondäne Küstenstädchen rund 30 km westlich von Lissabon ist ein Erlebnis: du passierst die Hängebrücke Ponte 25 de Abril, das Hieronymuskloster, das Entdeckerdenkmal und den Turm in Belém und den sympathischen Vorort Algés. Hier wird aus dem Wasser des Tejos endgültig Atlantikwasser, ab jetzt rauschen immer wieder größere und kleinere Strandabschnitte am Zugfenster vorbei. Den größten und mit 1,5 km längsten Strand der sogenannten Costa do Sol (gerne übersetzt mit „Portugiesischer Riviera“!) siehst du allerdings nur, wenn du mit dem Auto nach Cascais fährst, der Zug hingegen passiert Carcavelos etwas abseits der Küste.


Nach Parede beginnen die Haltestellen von Estoril. Vielen ist Estoril noch bekannt aus der Zeit, als hier Formel-1-Rennen stattfanden (1984-1996), heute gibt es im „Autódromo do Estoril“ etwas nördlich des berühmten Küstenstädtchen alle möglichen anderen größeren oder kleineren Auto- und Motorradrennen. Davon bekommt man an den hübschen Stränden von Estoril (glücklicherweise!) nichts mit, hier kann man im seichten Atlantikwasser herrlich baden (wenn dir das auch im Sommer selten über 20°C „warme“ Wasser nicht zu kalt ist!) oder über die Uferpromenade flanieren. Der gut 3 km lange „Paredão“ führt von São João de Estoril bis ins Zentrum von Cascais, er wird flankiert vom Meer, schönen Stränden und schicken Villen. Diese entstanden um die Jahrhundertwende und in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts, als sich die Reichen und Schönen ebenso wie so manche Adelige in Estoril und Cascais ein Sommerhaus bauen ließen. Sie folgten damit dem Beispiel der Königsfamilie, die sich ab etwa 1870 regelmäßig zum Baden nach Cascais begab. Sie residierten in der mächtigen Citadela-Festung am oberen Ende der pittoresken Bucht von Cascais.


Das hübsche Städtchen lohnt unbedingt einen Besuch, sei es zum Baden, zum Flanieren auf der Promenade, zum Stöbern in den hübschen kleinen Geschäften der Altstadt, zum Eisschlecken oder Fischessen oder um die sehenswerten Museen und Monumente zu besuchen.


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